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Unverstanden


"Ich bin seit 45 Jahren verheiratet und habe zwei erwachsene Töchter. Leider war meine Ehe von Anfang an schwierig. Mein Mann hat mich ständig kontrolliert, niedergemacht und sich nur um sein eigenes Wohlergehen gekümmert. Nach der Pensionierung wurde es so schlimm, dass ich es nicht mehr ertragen konnte und ins Ausland zog. Nach drei Jahren kam ich zurück in der Hoffnung, es werde jetzt alles besser. Weit gefehlt. Inzwischen hat er eine Freundin, ein klärendes Gespräch verweigert er strikte. Mich macht das richtig krank, ich habe genung und will die Scheidung. Doch auch dafür hat er kein Verständnis. Er sagt, ich sei ja fort gegangen, was ich denn jetzt hätte. Wir könnten doch einfach so weiter zusammenleben. Liege ich so falsch?" Yvette, 68


Liebe Yvette Wie Sie schreiben, leben Sie schon Jahrzehnte in einer unbefriedigenden Ehe. Als die Kinder zuhause waren und Sie beide gearbeitet haben, ging es noch einigermassen. Nach Ihrer beider Pensionierung wurde die Situation für Sie unerträglich. Da Sie mit Ihrem Mann nicht reden konnten, sind Sie kurzerhand geflüchtet. Wie zu erwarten war, hat diese vorübergehende Trennung zu keiner Lösung des Problems geführt. Im Gegenteil; Die Distanz in der Ehe hat sich noch zusätzlich vergrössert. Ihr Mann hat sich in der Zwischenzeit nicht verändert. Und Sie zahlten für das Leben in der Fremde einen hohen Preis: Die Kontakte zu Ihren Liebsten waren durch den Rückzug erschwert. Nun wollen Sie nicht weiter zurückstecken. Sie sind zurückgekehrt, um mit Ihrem Mann eine faire Lösung zu finden. Nun stellen Sie fest, dass Ihr Mann sich in der Zwischenzeit von Ihnen abgelöst und eine neue Freundin gefunden hat. Er hat sich an den bequemen Status zuhause und Ihre Abwesenheit gewöhnt. Daran möchte er nichts ändern. So lässt er Sie einfach auflaufen und stellt sich dumm: Er tut konsequent so, wie wenn alles in bester Ordnung wäre und schiebt die Schuld Ihnen in die Schuhe. Sie haben diese feige Taktik durchschaut, bravo! Anstatt hilflos abzuwarten, bis Ihr Mann endlich reden möchte, haben Sie eine Entscheidung gefällt und ihn über Ihr weiteres Vorgehen informiert. Sie sind handlungsfähig geblieben und machen damit das einzig Richtige.


©Text: Christine Hefti ©Bild: Wix


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