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Verträumt

"Unsere jüngste Tochter geht in die 6. Klasse. Sie ist in der Schule sehr verträumt, und ihre Noten sind zwar gut, aber nicht überwältigend. Vermutlich wird sie in die Sekundarschule kommen und nicht ins Gymnasium, was mein Mann eine Katastrophe findet. Was meinen Sie?" Heidi, 46


Liebe Heidi Gute Schulnoten sind zwar lobenswert, aber Kinder sind unterschiedlich. Eine Matura ist kein Garant für Lebensglück. Im Gegenteil wird das Gymnasium meiner Meinung nach überschätzt. Gymnasiasten lernen zwar viel Schulstoff, aber bleiben oft in einer fordernden, weltfremden Konsumhaltung. Jugendliche, die eine Lehre absolvieren, sind bodenständiger: Sie müssen sich neben der Schule auch im Berufsleben beweisen und verdienen ihr Geld selber. Und nach drei Jahren haben sie einen Abschluss in der Tasche und sind flügge. Das alles macht sie enorm stolz, stärkt ihre Persönlichkeit und ihre Autonomie von den Eltern. Dies nicht nur in emotionaler und sozialer Hinsicht, sondern auch finanziell: Ein Lehrabgänger hat immerhin nach fünf Jahren Berufserfahrung bereits um die 300'000 Franken selber erwirtschaftet. Das ist eine stolze Leistung! Ein Student hat im gleichen Alter bestenfalls einen Hochschulschluss geschafft -- falls er denn alle Prüfungen auf Anhieb besteht und die Studienrichtung nicht noch ändert.


©Text: Christine Hefti, Foto: Fotolia


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