• Christine Hefti

Vertrauen


"Mein minderjähriger Neffe, der bei uns wohnt, macht seine Zahlungen über E-Banking. Wir haben Einsicht in sein Konto. Leider mussten wir feststellen, dass Abbuchungen gemacht wurden, die auf eine unseriöse Seite hinwiesen. Wir haben ihm erklärt, dass man nie seine Kontonummer für solche Seiten preisgeben darf. Er hielt sich nicht an unsere Vorgaben und missbrauchte unser Vertrauen immer wieder. Jetzt machen wir mit ihm die Überweisungen. Auch über das Handy wurden unseriöse Seiten angeklickt. Das führte zu Handyrechnungen von über 400 Franken. Auch hier nützen die Ratschläge nichts. Ich verstehe nicht, warum er nicht auf uns hört." Margrit, 56


Liebe Margrit Warum helfen Ihre Ratschläge Ihrem Neffen nicht, Verantwortung zu übernehmen? Ganz einfach: Ein Rat ist keine Grenze, sondern eine fromme Bitte! So etwas nehmen Jugendliche zu wenig ernst. Sie wollen, dass wir Erwachsenen Grenzen setzen. Dazu gehören Konsequenzen, wenn diese überschritten werden! Die Vereinbarung von Regeln gibt ihnen Halt und Orientierung.  Immerhin haben Sie nun die Notbremse gezogen und die Kontrolle für die Zahlungen Ihres Neffen vorläufig übernommen. Nun gilt es, mit dem jungen Mann für die Zukunft verbindliche Abmachungen zu treffen. Selbstredend ist es, dass er seine Handy-Kosten von seinem Lehrlingslohn bezahlt. Als naheliegende 'Grenze' könnte mit dem Telefonanbieter ein monatliches Kostenlimit eingerichtet werden. So  lernt Ihr Enkel von selbst, sich in Zukunft vorher zu informieren, welche Nummern/ Seiten kostenpflichtig sind, wenn er sein Handy bis zum Monatsende nutzen will.


©Text: Christine Hefti  ©Bild: Fotolia


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