• Christine Hefti

Zu kurz gekommen


"Wie soll ich Menschen begegnen, die das Gefühl haben, sie kämen zu kurz, obwohl kein Grund dafür besteht? Diese Frage wird immer wieder aktuell gegenüber unserem erwachsenen Kind, zwischen den Schwägerinnen und meiner Mutter, aber auch bei meinem Ehemann. Es geht dabei sowohl um finanzielle wie auch um «Aufmerksamkeits»-Themen. Darüber reden und seine Beweggründe darlegen bringt meistens nichts und kann die Fronten noch mehr verhärten." Monika, 53


Liebe Monika Wie unsere Bezugspersonen früher mit uns kommuniziert haben, prägt uns massgeblich. Unser Fühlen und Denken ist die Summe unserer Erfahrungen. Vom ersten Lebenstag an sind Kinder aber auch eigenständige Wesen. Sie interpretieren das Erlebte subjektiv und bilden sich eine eigene Meinung von der Welt. Das ist der Grund, warum Geschwister oft so unterschiedlich sind. Sie interpretieren das Verhalten der Eltern unterschiedlich und handeln entsprechend verschieden, was natürlich auch bei den Eltern wieder in ihren Handlungen beeinflusst. So sind 'brave' Kinder für die Eltern einfacher, als 'trotzige', 'schwierige'. Das Gefühl, zu kurz zu kommen, entsteht meist aus Eifersucht auf ein Geschwister - unabhängig davon, ob es berechtigt ist oder nicht. Die meisten Eltern haben alle Kinder gleich lieb, reagieren aber zu emotional und zu stark auf «schwierige» Kinder. Sie schimpfen oder erklären zu viel. Das Kind wird so im negativen Gefühl des zu kurz Kommens bestärkt. Später zementiert sich diese Lebenseinstellung des Grolls. Menschen, die sich immer in der Opferrolle sehen, übernehmen wenig Eigenverantwortung, weil immer die anderen 'schuld' sind. Ziehen Sie sich diesen «Schuh» nicht an und gehen Sie klar und freundlich auf Distanz.


©Text: Christine Hefti  ©Bild: Fotolia


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