• Christine Hefti

Zweitbeziehung


"Mein Mann führt seit Jahren eine Zweitbeziehung und streitet das auch noch ab. Er verhält sich sehr distanziert mir gegenüber, aber soweit korrekt. Er sagt, die Frau sei nur seine Kollegin, mehr nicht. Er unterstellt mir Paranoia, dabei habe ich habe eindeutige Fakten gesichert. Aber für alles findet er eine fadenscheinige Erklärung. Es geht schon Jahre so und ich bin verzweifelt. Diese Tatsache bagatellisiert er. Obwohl ich ihn schon mehrmals damit konfrontiert habe, er gibt nichts zu und entscheiden will er sich auch nicht. Was soll ich tun ? Wir sind seit über zwanzig Jahren verheiratet." Nina, 55


Liebe Nina Eine Bekannte von mir hat eine ähnliche Situation erlebt. Ihr Mann hatte sich seit Jahren emotional entzogen und sie nicht mehr angerührt. Da er oft auf Geschäftsreise war und seine Sekretärin ihn begleitet hatte, war der Verdacht einer Affäre mit ihr naheliegend. Er stritt aber alles immer konsequent ab. Selbst als ihm meine Bekannte Hotel- und Dessousrechnungen unter die Nase hielt, tat er das als Hirngespinst ab. Sie ist fast durchgedreht! Auch bei Ihnen entzieht sich der Mann und kehrt den Spiess um. Er lügt Sie nicht nur an, sondern entwertet Sie als psychisch krank. Dieses miese Verhalten verdient niemand – und man verdient es schon gar nicht von derjenigen Person, die einem am nächsten stehen sollte. Wenn Sie weiterhin hilflos und unsicher bleiben und von ihm ein Geständnis erwarten, machen Sie sich von Ihrem Mann abhängig und lassen ihm die Oberhand. Handlungsfähig werden Sie erst, indem Sie für sich entscheiden, was für Sie selbst stimmt: Können Sie mit einem Mann zusammenleben, zu dem das Vertrauensverhältnis zerstört ist und der nichts dafür tut, es wieder herzustellen? Können Sie mit einem Mann Ihr Leben teilen, der Sie, ohne mit der Wimper zu zucken, anlügt und betrügt? Nehmen Sie Ihr Leben unabhängig von einer Entscheidung Ihres Mannes in die Hand! Sie könnten ihn zum Beispiel bitten, das Haus zu verlassen, da Sie Ruhe brauchen, um für sich zu entscheiden, ob Sie die Beziehung weiterführen wollen oder nicht. In einem Zustand der dauernden Entwertung und Verwirrung ist das nicht möglich.




©Text: Christine Hefti, Foto: Fotolia


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