• Christine Hefti

Nur absagen

"Ich mache mir grosse Sorgen um meinen Patensohn. Er ist 47 Jahre alt und Maschineningenieur. Seit ihm seine alte Firma im Rahmen einer Entlassungswelle gekündigt hat, sucht er verzweifelt eine neue Stelle. Aber immer, wenn er kurz vor dem Vertragsabschluss steht, bekommt er doch eine Absage. Er bekam sogar einmal zu hören, er solle sich nie mehr melden. Sein Arbeitszeugnis enthielt zuerst Ungereimtheiten. Daher klagte er und bekam recht. Das Zeugnis musste geändert werden. Aber es scheint, als wolle ihm jemand Schaden zufügen. Bloss wer? Das Ganze ist für ihn sehr zermürbend. Er sprach sogar einmal davon, sich etwas anzutun. Ich denke, es wäre Zeit, dass er sich professionelle Hilfe holt. Gerne würde ich ihm dabei helfen. Doch wie komme ich zu einer guten Adresse?" Irma, 75


Liebe Irma Eigentlich hätte Ihr erwachsener 'Göttibub' mit einem Studienabschluss und langjähriger Berufserfahrung gute Bewerbungschancen. Dass er kurz vor Vertragsabschluss immer wieder Absagen erhält, ist in der Tat zermürbend! Wenn er ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten hat, könnte es sein, dass jemand vom alten Geschäft negativ über ihn Auskunft gibt. Wenn dort nämlich nachgefragt wird, nützt es nicht viel, dass das Zeugnis gerichtlich abgeändert wurde. Vielleicht wäre es besser, das geänderte Arbeitszeugnis bei den Bewerbungen gar nicht mehr beizulegen? Oder er legt es bei, könnte aber im Bewerbungsschreiben erwähnen, dass sein Abgang unschön war und telefonische Nachfragen keinen Sinn machten, weil diese ein verzerrtes Bild über ihn abgäben. Bestimmt wäre ein Bewerbungs-Coaching in dieser schwierigen Situation hilfreich. Das können Sie ihm ja so sagen. So kann Ihr Patensohn dann selber jemand Passendes in seiner Region suchen.


© Text: Christine Hefti | Bild: Fotolia


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