• Christine Hefti

Aufdringlich

"Ich bin im Moment allein, hätte aber gerne eine Freundin. Ein Be­kannter meines Bruders sprach mich im­mer wieder an, warum ich keine Freundin habe. Ich sagte ihm dann mehrmals, dass alles Vor-­ und Nachteile habe. Dann sah ich ihn lange nicht mehr, und als ich ihn wieder einmal traf, sagte er mir, dass er mich lange nicht mehr gesehen habe, und wer denn nun meine Freundin sei. Ich er­widerte verdutzt, dass das mein Geheim­nis sei, und ging wortlos weg. Hätte ich mich anders verhalten sollen?" Peter, 54



Lieber Peter Dieser Bekannte ist in der Tat etwas aufdringlich und distanzlos. Dass sich die lieben Mitmenschen für uns interessieren, ist ja grundsätzlich schön. Wir Menschen sind halt soziale Wesen, die Empathie empfinden können. So ist eine gewisse Neugier angemessen, sofern sie von Mitgefühl und echtem Interesse getragen ist. Meistens ist die Frage nach einer neuen Bekanntschaft eine von vielen, und von einem guten Freund ist sie angemessen. Was aber auch dort nervig sein kann, ist die obligate erste Frage an jeden Single, ob nun endlich ein neuer Bekannter oder eine neue Freundin in Sicht sei. Menschen ohne Partner oder Partnerin wollen sich nicht ständig rechtfertigen, warum sie (noch) allein sind. Sie spüren richtig, dass die penetrante Fragerei Ihres entfernten Bekannten wohl kaum von echtem Interesse getragen ist. Deshalb haben Sie auch distanziert und ausweichend reagiert. Das nächste Mal können Sie ruhig noch etwas direkter sein und ihm sagen, dass ihn Ihr Privatleben nichts angeht.




© Text: Christine Hefti, Foto: Fotolia


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