• Christine Hefti

Fernbeziehung

"Ich habe seit zwei Jahren eine Fern­beziehung. Mein Freund und ich sehen uns etwa jedes zweite Wochenende und in den Ferien. Er hat sein Studium beendet, und ich bin berufstätig. Ausser an meine Familie bin ich nicht gross gebunden. Die Frage stellt sich, wo wir nun zusammenleben wollen. Ich möch­te, dass er in die Schweiz kommt, und er möchte in Deutschland bleiben, weil er dort in seiner Freizeit in einer erfolg­reichen Mannschaft spielt. Wenn ich zu ihm gehe, befürchte ich, dass ich unglücklich wäre und mich einsam fühlen würde. Was raten Sie mir?" Annelies, 29



Liebe Annelies Wenn der eine Partner zum andern in ein anderes Land zieht, gibt er damit seine Komfortzone auf und passt sich dem andern an. Das will gut überlegt sein. Wenn Sie keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen Ihren Freund haben, ist das Kriterium, wer momentan in der flexibleren Position ist. Das sind Sie, da Ihr Freund mit seiner Mannschaft gebunden ist. Vorteile sehen Sie im Moment keine, aber ein Umzug nach Deutschland hätte für Sie auch keine gravierenden Nachteile: Die Sprache verstehen Sie, und Ihren Beruf ausüben könnten Sie auch. Ausserdem sind Sie jung genug, an einer neuen Stelle Fuss zu fassen und neue Freunde zu finden. Die Umstellung wäre also nicht viel grösser, als wenn Sie innerhalb der Schweiz in einen anderen Kanton zögen. Wenn Sie sich aber für diesen Schritt entscheiden, dann tun Sie es für sich und nicht auf Drängen Ihres Freundes! Zu verlieren hätten Sie nichts. Im Gegenteil könnten Sie neue Erfahrungen sammeln und Klarheit darüber gewinnen, wie sich Ihr Zusammenleben in den nächsten Monaten entwickelt. Nach etwa einem Jahr hätten Sie eine echte Entscheidungsgrundlage, ob Ihre Beziehung Zukunft hat oder nicht.


©Text: Christine Hefti  ©Bild: Fotolia


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