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BLOGBEITRAG

Was tun, wenn Kinder nach der Trennung der Eltern traurig sind?

Mein Mann und ich sind seit zehn Jahren verheiratet und haben zwei Kinder, sieben und vier Jahre alt. Nun stehen wir vor einer Trennung. Wir sind uns beide einig, dass unsere Ehe keine Chance mehr hat. Wir machen uns aber ein Gewissen wegen der Kinder. Ist es legitim, sich zu trennen, wenn wir doch wissen, dass die Kinder leiden werden? Wie sollen wir damit umgehen, wenn die Kinder traurig reagieren? Selina, 37



Liebe Selina Für viele Eltern ist eine Scheidung der richtige Schritt, den sie sich reiflich über­ legt haben und wofür es gute Gründe gibt. Trotzdem werden die Kinder dar­ unter leiden. Sie sind traurig, dass die Eltern nicht mehr zusammen sind, oder haben Angst, auch verlassen zu werden. Oder vielleicht sind sie auch wütend, dass die Eltern es nicht geschafft haben, ihre Konflikte gemeinsam zu lösen. Viele Eltern haben nach einer Trennung Schuldgefühle den Kin­dern gegenüber und haben deshalb Mühe, die Trauer oder Wut der Kinder zu ertragen. Sie sagen Sätze wie: «Wir haben doch so­ wieso nur noch gestritten.» Oder: «So ist es besser für unsere Familie.» Solche Aussa­gen können zwar manchmal tröstend sein. Ge­nauso wichtig ist es jedoch, dass die Kin­der auch unangenehme Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zulassen dürfen und wir Eltern signalisieren, dass sie in dieser Si­tuation normal sind. Wir können ihre Ge­fühle annehmen mit Aussagen wie: «Ich verstehe, dass du es gerade schwer hast.» Oder: «Ich weiss nicht, was ich gerade tun kann, aber ich bin für dich da.» Da es bei Streitereien der Eltern auch oft um die Kindererziehung geht, haben Kinder dann das Gefühl, dass sie selbst an der Trennung der Eltern schuld sind. Deshalb ist es wichtig, ihm explizit zu sagen, dass es nicht schuld ist an der Trennung. Wir stär­ken unsere Kinder, wenn wir ihnen ver­mitteln, dass sie ihre Gefühle wahrneh­men, benennen und annehmen dürfen, ohne sich dafür schämen zu müssen.

© Text: Dr. Christine Hefti, Foto: Canva



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© 2021 by Christine Hefti. Fotos: Fotolia, Wix, Canva

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